Tempern - Entspröden nach dem Veredeln
Wasserstoffinduzierte Grundmaterialversprödung bei gehärteten Eisenwerkstoffen.
Während den Beizprozessen in der Vorbehandlung und dem Galvanisieren ensteht Wasserstoff in den Bädern. Der freigesetzte Wasserstoff lagert sich während des Prozesses im Randbereich der Teile ein. Je grösser die Härte des Grundmaterials ist, desto grösser ist die Wasserstoffaufnahme. Der Wasserstoff führt zur Versprödung des Werkstücks. Es kann zu 'Sprödbrüchen' am Teil kommen. Um der Versprödung entgegenzuwirken, kann über einen Temperprozess der aufgenommene Wasserstoff wieder ausgetrieben werden. Diese Nachbehandlung muss unmittelbar auf den eigentlichen Veredlungsprozess folgen, damit der Wasserstoff auch ausgetrieben werden kann.
Insbesondere Verbindungselemente, Schrauben, Muttern und ähnliche Teile der Festigkeitsklassen >8.6, sollten einer Wärmebehandlung unterzogen werden. Wichtig: Der Besteller ist verantwortlich für die korrekte Angabe aller Material- und Festigkeitsspezifikationen.
| Norm Galvanische Überzüge |
DIN 50960 Teil 1+2 |
| Norm Teile mit Gewinde, Tempern1) |
ISO 4042 - Anhang A |
| Beispiel für Bestellangaben2) |
Festigkeitsklasse oder Härte in HV |
1) Alle Angaben auf dieser Website beziehen sich in der Regel auf DIN- oder ISO-Normen. Prüfen Sie bitte vor Anwendung obiger Normen, ob diese noch im Verkehr sind oder kürzlich ersetzt wurden.
2) Hier sind die Angaben der Festigkeitsklasse oder der Härte in Vickers zwingend, damit der Prozess richtig ausgelegt werden kann.